Alphabetisierung – eine neue Chance
Schriftliche Anweisungen, Checklisten, Protokolle, Mails, Pläne. Nicht für alle ArbeitnehmerInnen sind diese ohne Weiteres lesbar. Laut LEO-Studie können in Deutschland ca. 7,5 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter maximal einzelne Sätze lesen und schreiben, viele von ihnen nur einzelne Wörter. Bezeichnet werden die Betroffenen als funktionale Analphabeten.
Dies ist nicht nur für Betroffene sehr problematisch, auch in Hinblick auf den Arbeitsmarkt hat das fatale Auswirkungen. Immerhin 57 Prozent der Betroffenen gehen einer Beschäftigung nach. Durch die stetig steigenden Anforderungen in der Arbeitswelt öffnet sich die Schere zwischen den Anforderungen am Arbeitsplatz und den Kompetenzen der Betroffenen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerkonferenz (KMK) verfolgen in der arbeitsplatzbezogenen Grundbildung eine neue Strategie, die den Schwerpunkt auf arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener legt. Ziel ist es neue Ansätze und Methoden zu entwickeln. Dabei muss zunächst das Interesse der Arbeitgeber geweckt werden. In einem weiteren Schritt muss die arbeitsplatzbezogene Alphabetisierung und Grundbildung in die Personalentwicklung integriert werden. Hierfür liegt ein Leitfaden vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V., Regionalbüro Darmstadt vor.
Sie sind selbst Betroffenen oder kennen Betroffenen? Dann kontaktieren Sie uns. Wir geben Ihnen weitere Informationen zu Angeboten und Kontaktpartnern.
Weitere Informationen
- Bekanntmachung des BMBF: Richtlinien zur Förderung von Projekten zum Förderschwerpunkt "Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener"
- BMBF: Nationale Strategie zur Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten
- Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Arbeitsplatzbezogene Grundbildung. Ein Leitfaden für Unternehmen



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