Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Zahl der Studierenden ohne Abitur weiterhin auf Rekordniveau

Dienstag, 08. Mai 2018 | Kategorie: Studien zur beruflichen Weiterbildung, Ausbildung

Wie aus einer Anfang April 2018 veröffentlichten Erhebung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervorgeht, studieren in Deutschland so viele Menschen ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife wie noch nie. Im Vergleich zum Jahr 2010 hat sich die Anzahl der Studierenden ohne Abitur mehr als verdoppelt und lag 2016 bei 57.000 Personen beziehungsweise zwei Prozent aller Studierenden. Seit beinahe zehn Jahren können sich Interessierte über den sogenannten dritten Bildungsweg mithilfe ihrer Berufspraxis für ein Studium qualifizieren – mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung.

Die Zahl der Studienanfänger/innen und Absolvent/innen nahm ebenso zu: Aktuell haben sich 2,6 Prozent aller Erstsemester über den beruflichen Weg für ein Studium qualifiziert. Die Quote der beruflich Qualifizierten unter den Absolvent/innen lag im Jahr 2016 mit 7.200 Personen bei 1,5 Prozent.

Ungefähr die Hälfte der Studierenden ohne Abitur ist zwischen 20 und 30 Jahren alt. Doch auch die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen ist mit einem Anteil von etwa einem Drittel relativ stark vertreten. Mit 55 Prozent nehmen etwas mehr Männer nach beruflicher Qualifizierung ein Studium auf als Frauen (45 Prozent). Allerdings wagen Frauen häufiger als Männer auch noch im fortgeschrittenen Lebensalter von über 40 den Sprung in die akademische Bildung.

Mit 55 Prozent schrieb sich mehr als die Hälfte aller Studienanfänger/innen ohne Abitur im Jahr 2016 für ein Fach aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein. Darauf folgten die Ingenieurwissenschaften (20 Prozent) und Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften (12 Prozent). Dabei zog mit fast 61 Prozent eine deutliche Mehrheit das Studium an einer Fachhochschule oder einer Hochschule für angewandte Wissenschaften dem an einer Universität vor.

Im Vergleich der einzelnen Bundesländer befindet sich Brandenburg mit einer gegenüber 2015 gestiegenen Absolvent/innenquote von 1,58 Prozent im oberen Mittelfeld. Der Anteil der Studierenden ohne Fachhochschul- und Hochschulreife ist mit 1,24 Prozent jedoch rückläufig. Daher liegt Brandenburg – trotz eines zuletzt zunehmenden Anteils der Studienanfänger/innen von 1,59 Prozent – im Bereich der Studierenden sowie der Studienanfänger/innen im Ländervergleich weiterhin auf den hinteren Rängen.

Der Online-Studienführer „Studieren ohne Abitur“ des CHE bietet aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zur Entwicklung auf Bundes- und Länderebene. Studieninteressierte ohne hochschulische Zugangsberechtigung finden Informationen zu den Zugangsmöglichkeiten und Studienangeboten der Hochschulen.

Weitere Informationen:


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