Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Ältere Beschäftigte profitieren von starker betrieblicher Weiterbildung

Dienstag, 10. Juli 2018 | Kategorie: Ältere, Studien zur beruflichen Weiterbildung, Inklusion

Ende Juni 2018 erschien der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2018“, der die Entwicklung des gesamten deutschen Bildungswesens beschreibt – von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich der Bildungsstand der Bevölkerung in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat. Unter anderem hält die hohe Studiennachfrage weiterhin mit 511.000 Studienanfänger/innen im Jahr 2017 an. Im Weiterbildungsbereich liegt die Gesamtteilnahmequote insbesondere aufgrund der hohen Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung seit 2012 auf einem konstant hohen Niveau. Jede/r zweite 18- bis 65-Jährige nahm im Jahr 2016 an einem Weiterbildungsangebot teil.

Dabei entfielen drei Viertel aller Teilnahmen auf die betriebliche Weiterbildung. Insbesondere ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (50- bis unter 65-Jährige) profitierten von dieser Entwicklung. Sie nahmen 2016 mit einer Quote von 35 Prozent häufiger an betrieblicher Weiterbildung teil als in der Vergangenheit. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen über Qualifizierungsmaßnahmen gezielt die Beschäftigungsfähigkeit älterer Beschäftigter fördern. Soziale Ungleichheiten in Bezug auf andere benachteiligte Gruppen bleiben jedoch weiterhin bestehen. So bleiben Erwachsene mit Migrationshintergrund, mit maximal Hauptschulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Arbeitslose in der Weiterbildung unterrepräsentiert.

Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass der hohe Anteil an betrieblicher Weiterbildung ebenso in einer kritischen Perspektive zu sehen ist: Die Dominanz betrieblicher Weiterbildung bedeute gleichzeitig eine schwache Institutionalisierung lebenslangen Lernens. Daher seien Weiterbildungsangebote mehr von konjunkturellen Entwicklungen und der Finanzkraft des einzelnen Unternehmens als von individuellen Bedarfen abhängig. Zudem seien die Zugangsmöglichkeiten zur Weiterbildung in hohem Maße an betriebliche Positionen gebunden.

Das Schwerpunktkapitel „Wirkungen und Erträge von Bildung“ dieser Ausgabe des nationalen Bildungsberichts kommt zu dem Ergebnis, dass sich Bildung für jede/n Einzelne/n und die gesamte Gesellschaft lohnt: Sie wirkt sich nicht nur auf die Erwerbsbeteiligung und das Einkommen positiv aus, sondern auch auf die gesellschaftliche und politische Teilhabe, die Lebenszufriedenheit und die Gesundheit.

Der seit 2006 alle zwei Jahre erscheinende Bildungsbericht wird von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) auf Basis von amtlichen Statistiken und sozialwissenschaftlichen Studien erstellt. Für das Kapitel „Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter“ war das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Universität Göttingen verantwortlich. Die Erarbeitung wird von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Bericht kann auf den Webseiten des DIPF kostenfrei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:


Alle Artikel anzeigen aus der Kategorie: Ältere, Studien zur beruflichen Weiterbildung, Inklusion.
Add to Netvibes follow us in feedly
39

Personen, die jetzt mit Ihnen
diese Website besuchen.

-