Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Große regionale Unterschiede in der Weiterbildungsteilnahme

Donnerstag, 11. Oktober 2018 | Kategorie: Studien zur beruflichen Weiterbildung, Inklusion

Die Ende September 2018 von der Bertelsmann Stiftung herausgegebene dritte Ausgabe des Deutschen Weiterbildungsatlas für Kreise und kreisfreie Städte zeigt erneut, dass die Weiterbildungsteilnahme Erwachsener ab dem 25. Lebensjahr in Deutschland regional sehr ungleich verteilt ist. Durchschnittlich nahm im Jahr 2015 jede/r achte Deutsche (12,2 Prozent) mindestens einmal pro Jahr an einer beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung teil. Damit sank die Teilnahmequote im bundesweiten Durchschnitt 2015 im Vergleich zu den Vorjahren (2012: 12,6 Prozent).

Die Weiterbildungsquoten der Kreise weisen weiterhin erhebliche regionale Unterschiede auf – sowohl zwischen den Bundesländern als auch innerhalb der Bundesländer. In Baden-Württemberg absolvierten mit 15,3 Prozent die meisten Einwohner/innen eine Weiterbildung, im Saarland mit 7,8 Prozent die wenigsten. Die Spannweite der kommunalen Weiterbildungsbeteiligung reicht sogar von 2,3 bis 22,7 Prozent. Das Land Brandenburg liegt mit einer Teilnahmequote von 10,7 Prozent im Jahr 2015 unter dem deutschlandweiten Durchschnittswert. Seit 2012 (12,1 Prozent) sank die Teilnahmequote kontinuierlich, zuletzt um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Zwischen den einzelnen Kommunen gibt es ebenfalls große Unterschiede: Während sich im Landkreis Oberhavel und im Landkreis Elbe-Elster fast 16 bzw. fast 15 Prozent der Einwohner/innen weiterbildeten, waren es in Ostprignitz-Ruppin, Oberspreewald-Lausitz und in Prignitz jeweils weniger als acht Prozent.

Laut Ergebnissen der Studie beeinflussen lokale Rahmenbedingungen die Weiterbildungsteilnahme deutlich. Etwa ein Drittel der Unterschiede zwischen den Weiterbildungsquoten ist auf die regionale Sozial- und Wirtschaftsstruktur zurückzuführen. Beispielsweise begünstigen ein hoher Bildungsgrad der Bevölkerung und eine gute wirtschaftliche Lage, dass sich viele Menschen an Weiterbildungen beteiligen. Zwei Drittel der Unterschiede lassen sich jedoch durch andere Faktoren wie zum Beispiel den Umfang des Weiterbildungsangebotes erklären und sind somit teilweise steuerbar. Der Landkreis Elbe-Elster ist in Brandenburg Spitzenreiter bei der Nutzung seiner strukturellen Voraussetzungen für Weiterbildung. Im Landesdurchschnitt bleibt Brandenburg allerdings mehr als 13 Prozent hinter der erwarteten Weiterbildungsbeteiligung zurück.

Doch Weiterbildung ist auch über gesellschaftliche Gruppen hinweg ungleich verteilt: Geringqualifizierte – also Menschen ohne berufsbildenden Abschluss – und von Armut bedrohte Menschen bildeten sich 2015 wesentlich seltener weiter als die restliche Bevölkerung. Ihre deutschlandweiten Teilnahmequoten betragen lediglich 5,6 bzw. 7,7 Prozent.

Die Auswertungen im Deutschen Weiterbildungsatlas für die Bundesländer sowie die insgesamt 401 Kreise und kreisfreien Städte wurden vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) erstellt und basieren auf den aktuellsten Mikrozensus-Daten der Jahre 2014 und 2015. Auf den Webseiten der Bertelsmann Stiftung steht die Studie zum kostenfreien Download zu Verfügung.

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