Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Programme zur Nach- und Weiterqualifizierung von hochqualifizierten Zugewanderten nicht ausreichend

Dienstag, 12. Februar 2019 | Kategorie: Fördermöglichkeiten, Studien zur beruflichen Weiterbildung, Inklusion

Wie können sich zugewanderte Akademikerinnen und Akademiker in Deutschland nach- und weiterqualifizieren, um eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit aufzunehmen? Welche Programme bieten deutsche Hochschulen und wie werden sie genutzt? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt eine qualitative und explorative Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Darin wird ein erster – wenn auch nicht vollständiger – Überblick über existierende Angebote vermittelt. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die vorhandenen Programme zur Nach- und Weiterqualifizierung an deutschen Hochschulen nicht ausreichen.

Laut Studie besitzen fast 40 Prozent der nach Deutschland Zugewanderten im Alter von 25 bis 64 Jahren einen akademischen Abschluss. Viele finden jedoch keine passende, bildungsadäquate Beschäftigung. Die an zugewanderte Akademiker/innen gerichteten Qualifizierungsprogramme verbessern zwar ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber es gebe strukturelle Defizite. Bisher existierten an deutschen Hochschulen zu wenige Angebote, die zudem regional verstreut und meist zeitlich befristet seien. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten, müssten diese Qualifizierungsangebote aus Sicht der Autor/innen ausgebaut und verstetigt werden.

Die Studienergebnisse zeigen auf, dass die Finanzierung des Lebensunterhalts während der Bildungsmaßnahme eine wesentliche Barriere für deren Nutzung darstellt. Die Autor/innen empfehlen eine Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG), damit Teilnehmende ihren Lebensunterhalt darüber finanzieren können. Stipendienprogramme sollten den Zugang für zugewanderte Akademiker/innen öffnen.

Im Rahmen des qualitativen und explorativen Forschungsdesigns wurden Teilnehmer/innen der Programme zur Nach- und Weiterqualifizierung interviewt und die Angebote sowie ihre strukturellen Rahmenbedingungen analysiert. Die Studie „Hochqualifiziert zugewandert – und dann? Angebote, Nutzung und Entwicklungsbedarfe der Nach- und Weiterqualifizierung zugewanderter Akademiker/innen“ des Forschungsprojekts „Nachqualifizierung als Strategie vorbeugender Sozialpolitik (NACHQUALI)“ können Sie auf den Webseiten der UDE kostenfrei herunterladen.

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