Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Weiterbildung in Deutschland braucht nachhaltigere Strukturen

Donnerstag, 07. März 2019 | Kategorie: Studien zur beruflichen Weiterbildung, Inklusion, Digitalisierung

Wie zukunftsfähig ist das deutsche Erwachsenenbildungssystem im internationalen Vergleich? Ist es den Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt gewachsen? Antworten auf diese Fragen bietet die Mitte Februar 2019 veröffentlichte Studie „Getting Skills Right: Future-Ready Adult Learning Systems“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Laut Studienergebnissen muss Deutschland – so wie viele OECD-Länder – sein Weiterbildungssystem dringend verbessern, um die Bürgerinnen und Bürger auf die neuen Anforderungen am Arbeitsplatz vorzubereiten. Im OECD-Vergleich schneidet Deutschland in vier der sieben untersuchten Dimensionen unterdurchschnittlich ab: Inklusion, Anpassungsfähigkeit an den Qualifikationsbedarf, subjektive Wirkung des Bildungssystems sowie Flexibilität der Bildungsangebote und Beratung.

Jedes Jahr nehmen 46 Prozent der deutschen Erwachsenen an berufsbezogener Weiterbildung teil, was über dem OECD-Durchschnitt von 40 Prozent liegt. Allerdings liegt die Teilnahme von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen mit einem Anteil von 19 bzw. 26 Prozent deutlich unter diesem Durchschnittswert. Als besorgniserregend bezeichnet die OECD auch die geringe Teilnahme von Beschäftigten in Jobs mit hohem Automatisierungsrisiko (47 Prozent) gegenüber Arbeitnehmer/innen mit einem niedrigen Risiko (67 Prozent).

Laut Studie hindere Bildungsinteressierte zudem die mangelnde Flexibilität der Bildungsangebote sowie eine unzureichende Beratung. Nur 11 Prozent aller Lernenden nutzen Fernunterricht. Lediglich 19 Prozent der Erwachsenen suchen jährlich Informationen zum Thema Aus- und Weiterbildung.

Daher empfiehlt die OECD politischen Entscheidungsträger/innen, die Hürden insbesondere für unterrepräsentierte Gruppen abzubauen, beispielsweise durch finanzielle Anreize, Bildungsurlaub und Anerkennung am Arbeitsplatz erworbener Kompetenzen. Weiterhin sollte das Weiterbildungsangebot flexibilisiert werden, insbesondere mithilfe modularer Qualifizierung. Wichtig sei ebenfalls die Schaffung nachhaltiger Strukturen der Bildungsberatung, damit Erwachsene ihren Bildungsbedarf bewerten sowie passende Bildungsangebote und Jobs finden können.

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