Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Öffentliche Weiterbildungsförderung erreicht nur eine Minderheit

Laut einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) erreichen öffentliche Fördermittel für berufliche Weiterbildung nur relativ wenige Menschen. So nahmen 2016 weniger als zwei Prozent aller Erwerbspersonen zur Finanzierung ihrer Weiterbildung eine finanzielle Unterstützung vom Bund oder von den Ländern in Anspruch. Betrachtet man ausschließlich die 52 Prozent der Erwachsenen, die tatsächlich an Weiterbildung teilnahmen, entspricht das einem Anteil von 3,4 Prozent. Dabei gab es zwischen den Bundesländern große Unterschiede hinsichtlich der Weiterbildungsbeteiligung und der Verbreitung der Förderinstrumente.

Im Jahr 2017 entfielen mit insgesamt 715.000 Förderfällen mehr als 90 Prozent aller personenbezogenen Förderungen auf die bundesweiten Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit (BA), das Aufstiegs-BAföG und das BAföG für Schüler/innen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Laut Studienergebnissen wurden abschlussorientierte Weiterbildungsmaßnahmen vergleichsweise gut unterstützt. Demgegenüber erreichten Gutscheinmodelle wie die Bildungsprämie des Bundes oder die Bildungsschecks der Länder lediglich knapp 27.000 auf Privatpersonen bezogene Förderfälle und spielten somit eine untergeordnete Rolle.

Während nur vergleichsweise wenige Personen eine öffentliche Förderung erhielten, nutzten fast 2 Millionen Menschen steuerliche Regelungen und gaben ihre Weiterbildungskosten in der Einkommenssteuererklärung an. Allerdings profitierten hier insbesondere Menschen mit hohen Einkommen, da die steuerliche Entlastung mit dem Einkommen ansteigt.

Daher fordern die Autoren der Studie breitenwirksame Förderinstrumente in Ergänzung zu den zielgruppenbezogenen Förderungen. Der Zugang zur Weiterbildungsförderung müsse erleichtert werden. Andernfalls werde die bisherige Ungleichverteilung in der Weiterbildungsteilhabe weiterhin bestehen bleiben.

In der veröffentlichten Studie wurden keine Förderungen untersucht, die sich auf Angebote von Einrichtungen oder auf die betriebliche Weiterbildung beziehen. Die Studie ist Teil des vom FiBS durchgeführten Projekts „Volks- und regionalwirtschaftliche Kosten, Effekte und Finanzierung der Weiterbildung“, das im Rahmen des Förderschwerpunkts „Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung (InnovatWB)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Sie können die Studie auf den Webseiten des FiBS kostenfrei herunterladen.

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