Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Bundeskabinett beschließt Novellierung des Berufsbildungsgesetzes

Fachwirt/in, Techniker/in, Erzieher/in: Bisher gibt es in Deutschland mehr als 200 verschiedene Fortbildungsabschlüsse und -bezeichnungen in der beruflichen Bildung. Mit der geplanten Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) sollen transparente berufliche Fortbildungsstufen geschaffen werden, um die höherqualifizierende Berufsbildung – das heißt die bisherige berufliche Aufstiegsfortbildung – zu stärken und weiterzuentwickeln. Mitte Mai 2019 beschloss die Bundesregierung den Gesetzentwurf für die Novelle des BBiG. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird es zukünftig drei aufeinander aufbauende Fortbildungsstufen mit den einheitlichen Abschlussbezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ geben.

Damit wird die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung verdeutlicht, denn die Abschlüsse der beruflichen Fortbildung sind nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) gleichwertig mit Hochschulabschlüssen (Bachelor/Master). Da die Bezeichnungen international verständlich sind, sollen sie die Mobilität der Absolvent/innen fördern.

Der Titel „Meister“ soll nicht abgeschafft werden. Eine bestandene Meisterprüfung berechtigt dazu, zusätzlich die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ zu führen. Ein Abschluss der Fortbildungsstufe „Bachelor Professional“ ersetzt jedoch nicht die Meisterprüfung. Der Meistertitel kann auch in Zukunft nur mit einer erfolgreich abgelegten Meisterprüfung erlangt werden.

Weitere Schwerpunkte der Novelle sind unter anderem die Einführung einer bundesweit einheitlichen Mindestvergütung für alle Auszubildenden sowie erweiterte Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung. Zukünftig soll die Teilzeit nicht mehr nur Auszubildenden offenstehen, die schneller zum Ziel kommen, sondern allen Auszubildenden, sofern sich Ausbildende und Auszubildende darauf einigen können. So können beispielsweise Eltern, Pflegende, Erwerbstätige, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung oder Lernbeeinträchtigungen von einer Teilzeitberufsausbildung profitieren.

Die Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung soll ebenfalls verbessert werden. Dazu soll die Ausbildungsdauer bei „gestuften“ Ausbildungen, bei denen zweijährige in drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen fortgesetzt werden, einfacher angerechnet werden können. Außerdem sollen Prüfungsleistungen bei aufeinander aufbauenden Ausbildungsberufen stärker berücksichtigt werden: Wer eine zweijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann sich vom ersten Teil der Abschlussprüfung einer aufbauenden Ausbildung befreien lassen.

Mit dem Aufstiegs-BAföG wird bereits jetzt nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) die Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung gefördert durch Beiträge zu den Kosten der Maßnahme und zum Lebensunterhalt. Das Programm wird durch das BMBF aus Mitteln des Bundes und der Länder gefördert. Weiterführende Informationen zum Aufstiegs-BAföG bietet unsere Rubrik „Fördermöglichkeiten“.

Weitere Informationen:


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