Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

6,2 Millionen Erwachsene können bundesweit nicht richtig lesen und schreiben

Aktuell haben 12,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Das bedeutet, dass rund 1,3 Millionen weniger Erwachsene in Deutschland betroffen sind als noch im Jahr 2010 (7,5 Millionen bzw. 14,5 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt die Anfang Mai 2019 veröffentlichte Grundbildungsstudie „LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität“ der Universität Hamburg.

Die Studie bietet Daten zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Familien- und Erwerbsstatus sowie Schul- und Berufsbildung der Betroffenen. Der Anteil der Menschen mit Lese-und Schreibschwierigkeiten, die erwerbstätig sind, ist von 57 auf 62,3 Prozent gestiegen. Laut Studienergebnissen arbeiten sie beispielsweise oft als Hilfskräfte in der Nahrungsmittelzubereitung, in der Bau- und Logistikbranche oder als Reinigungspersonal. Der Beruf wird als Hauptgrund für eine Weiterbildung angegeben. Allerdings ist die Weiterbildungsbeteiligung von Menschen mit geringen Lese- und Rechtschreibkompetenzen mit 28,1 Prozent unverändert wesentlich geringer die der Gesamtbevölkerung (46,9 Prozent). Lediglich 0,7 Prozent der gering literalisierten Personen nehmen an Alphabetisierungs- oder Grundbildungskursen teil.

Zudem gibt die Untersuchung Aufschluss darüber, wie Lernangebote besser gestaltet und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten werden können. Aus Sicht der Autor/innen sollten Weiterbildungsangebote zukünftig konkrete Alltagssituationen aufgreifen, beispielsweise Onlinebanking, Steuererklärung oder Altersvorsorge. Weiterhin könnten soziale Medien wie Facebook und Instagram verwendet werden, da diese häufig genutzt werden.

Im Rahmen der größten repräsentativen Studie zur Literalität von Erwachsenen in Deutschland wurden im Jahr 2018 ca. 7.200 Personen zu verschiedenen Aspekten der Lebenssituation befragt. Anschließend absolvierten sie einen Kompetenztest mit Lese- und Schreibaufgaben. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und kann auf den Webseiten des BMBF kostenfrei heruntergeladen werden. Auf der Website der Universität Hamburg sind die Hauptergebnisse auch als Video-Präsentation abrufbar. Praktische Beispiele zur Stärkung der Lese- und Schreibkenntnisse von Erwachsenen finden Sie zum Beispiel in der Broschüre „Lesen und Schreiben öffnet Welten“, die im BMBF-Webauftritt zum kostenlosen Download bereitsteht.

Weitere Informationen:


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