Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Frauen machen seltener einen Fortbildungsabschluss als Männer

Obwohl insbesondere frauentypische Gesundheitsberufe zu den Engpassberufen für Spezialisten mit Fortbildungsabschluss zählen, nehmen Frauen seltener an Fortbildungsprüfungen teil als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Fachkräfteengpässe in Unternehmen“ des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Die Analysen basieren auf Sonderauswertungen der Arbeitslosen- und Stellenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Laut Studie nehmen die Fachkräfteengpässe weiterhin zu: Im Jahr 2018 gab es in 391 von 753 betrachteten Berufen Fachkräfteengpässe. Die Top-10-Engpassberufe für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung und Akademiker sind vor allem männertypische Berufe aus dem gewerblich-technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich. Unter den häufigsten Engpassberufen für Fachkräfte zählt lediglich die Altenpflege zu den frauentypischen Berufen. Demgegenüber befinden sich unter den Top-10-Engpassberufen für Spezialisten mit Fortbildungsabschluss überwiegend frauentypische Gesundheitsberufe, beispielsweise Führungskräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Physiotherapeut/innen.

Die Analysen zeigen auf, dass Frauen trotz hervorragender Jobaussichten in diesen Engpassberufen seltener eine Fortbildungsprüfung absolvieren als Männer. Von den sozialversicherungspflichtig beschäftigen Männern arbeiten 15,2 Prozent als Spezialisten mit Fortbildungsabschluss, bei den Frauen jedoch nur 11,4 Prozent. Zudem bewerben sich Frauen häufiger als Männer für Tätigkeiten unterhalb ihres formalen Qualifikationsniveaus.

Daher empfehlen die Autorinnen Unternehmen, qualifizierte Frauen durch Weiterbildungsangebote und eine gezielte Ansprache in Stellenausschreibungen für sich zu gewinnen. Betriebe könnten die benötigten Spezialisten durch eine berufsbegleitende Weiterqualifizierung von Fachkräften sichern. Gerade Mütter könnte eine Freistellung für die Aufstiegsfortbildung motivieren, weil sie so ohne zusätzliche zeitliche Belastung in den Arbeitsalltag integriert werden kann.

Weiterhin ließen sich Engpässe in einigen frauen- und männertypischen Engpassberufen durch die Qualifizierung von arbeitslosen Helfer/innen zu Fachkräften deutlich verringern – zum Beispiel im Friseurgewerbe, im Lebensmittelverkauf, in der Lagerwirtschaft oder bei Maler-/Lackiererarbeiten.

Das KOFA ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Das Projekt informiert und unterstützt insbesondere Geschäftsführer/innen sowie Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung, damit sie Fachkräfte finden, binden und qualifizieren können. Die Studie kann auf den Webseiten des KOFA kostenfrei heruntergeladen werden.

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