Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Bundestag beschließt Novelle des Berufsbildungsgesetzes

Mittwoch, 30. Oktober 2019 | Kategorie: Fördermöglichkeiten, Qualität in der Weiterbildung, Ausbildung, Inklusion

Meister/in, Fachwirt/in, Techniker/in, Erzieher/in: Bisher gibt es in Deutschland mehr als 200 verschiedene Fortbildungsabschlüsse und -bezeichnungen in der beruflichen Bildung. Mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) werden transparente berufliche Fortbildungsstufen geschaffen, um die höherqualifizierende Berufsbildung – das heißt die bisherige berufliche Aufstiegsfortbildung – zu stärken und weiterzuentwickeln. Ende Oktober 2019 verabschiedete der Deutsche Bundestag die Novelle des BBiG. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrats im November tritt sie zum 1. Januar 2020 in Kraft. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird es zukünftig drei aufeinander aufbauende Fortbildungsstufen mit den einheitlichen Abschlussbezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ geben.

Damit wird die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung verdeutlicht, denn die Abschlüsse der beruflichen Fortbildung sind nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) gleichwertig mit Hochschulabschlüssen (Bachelor/Master). Da die Bezeichnungen international verständlich sind, sollen sie die Mobilität der Absolvent/innen fördern.

Der Titel „Meister“ wird nicht abgeschafft. Eine bestandene Meisterprüfung berechtigt dazu, zusätzlich die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ zu führen. Ein Abschluss der Fortbildungsstufe „Bachelor Professional“ ersetzt jedoch nicht die Meisterprüfung. Der Meistertitel kann auch in Zukunft nur mit einer erfolgreich abgelegten Meisterprüfung erlangt werden.

Weitere Schwerpunkte der Novelle sind unter anderem die Einführung einer bundesweit einheitlichen Mindestvergütung für alle Auszubildenden sowie erweiterte Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung. Zukünftig steht die Teilzeit nicht mehr nur leistungsstarken Auszubildenden offen, sondern allen Auszubildenden, sofern sich Ausbildende und Auszubildende darauf einigen können. So können beispielsweise Eltern, Pflegende, Erwerbstätige, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung oder Lernbeeinträchtigungen von einer Teilzeitberufsausbildung profitieren.

Die Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung wird ebenfalls verbessert. In Zukunft kann die Ausbildungsdauer bei „gestuften“ Ausbildungen, bei denen zweijährige in drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen fortgesetzt werden, einfacher angerechnet werden. Außerdem werden Prüfungsleistungen bei aufeinander aufbauenden Ausbildungsberufen stärker berücksichtigt.

Mit dem Aufstiegs-BAföG wird bereits jetzt nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) die Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung gefördert durch Beiträge zu den Kosten der Maßnahme und zum Lebensunterhalt. Das Programm wird durch das BMBF aus Mitteln des Bundes und der Länder gefördert. Weiterführende Informationen zum Aufstiegs-BAföG bietet unsere Rubrik „Fördermöglichkeiten“.

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