Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Öffentliche Weiterbildungsförderung muss modernisiert werden

Laut einer Ende Oktober 2019 veröffentlichten Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung müssen die bestehenden Instrumente zur öffentlichen Förderung von Weiterbildung angesichts des digitalen Strukturwandels deutlich modernisiert und ausgebaut werden. Dafür wurden die Stärken und Schwächen verschiedener Förderinstrumente aus Schweden, Frankreich und Österreich sowie ihre Anschlussfähigkeit an die deutsche Förderlandschaft untersucht.

Die Analyse und der Vergleich mit ausländischen Beispielen haben ergeben, dass in Deutschland mit dem BAföG bzw. Aufstiegs-BAföG sowie den Leistungen der Arbeitsagenturen und Jobcenter bereits gute Strukturen vorhanden sind, die weiterentwickelt werden sollten. Um ein leistungsfähiges öffentliches Fördersystem zu erreichen, schlägt der Autor unter anderem die folgenden konkreten Änderungen vor:

  • Der Bezug von BAföG zum Erwerb schulischer oder beruflicher Abschlüsse sollte auch für ältere Erwachsene möglich sein – nach schwedischem Vorbild. Dazu müssen die bisherigen Altersgrenzen von 30 bzw. 35 Jahren aufgehoben werden. Zudem sollten Ältere höhere, ihren Lebensumständen angemessene Fördersätze erhalten.
  • Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und informell erworbener Kenntnisse sollte erleichtert werden.
  • Allen Menschen, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können, sollte eine zweite Berufsausbildung ermöglicht werden.
  • Ein Rechtsanspruch auf Teilfreistellung für Fortbildungszwecke sollte eingeführt werden.
  • Fachkräftestipendien für eine Berufsausbildung in Mangelberufen sollten vergeben werden – wie in Österreich.
  • Die finanzielle Unterstützung von Arbeitslosen während einer Weiterbildung sollte verbessert werden.
  • Ein Transformationskurzarbeitergeld zur Bewältigung des Strukturwandels sollte eingeführt werden.

Die Studie stützt sich auf wissenschaftliche Evaluationen, Dokumentenanalysen sowie insgesamt sechs Interviews mit Expert/innen aus den drei genannten Ländern. Sie können die Studie auf den Webseiten der Hans-Böckler-Stiftung kostenfrei herunterladen.

Weitere Informationen:


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