Berufliche Weiterbildung in Brandenburg

Duales Studium: Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Das duale Studium wird in Deutschland zunehmend beliebter, aber nicht in jedem Bundesland. Mit einem Erstsemesteranteil von aktuell ca. fünf Prozent und einem Studierendenanteil von etwa vier Prozent wird es im bundesweiten Durchschnitt noch recht selten genutzt. Dies geht aus einer Mitte November 2019 veröffentlichten Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor, die erstmals die Entwicklung des dualen Studiums in allen deutschen Bundesländern vergleicht.

Die Zahl der Studierenden, die parallel an einer Hochschule und in einem Betrieb lernen, stieg zwischen 2005 und 2017 um das Elffache. Aktuell studieren fast 105.000 Menschen in einem der rund 1.100 dualen Studiengänge an einer deutschen Hochschule. Bei diesen Studienformaten mit integrierten Theorie- und Praxisanteilen handelt es sich meist um Bachelorstudiengänge an Fachhochschulen. Duale Masterstudiengänge sind derzeit noch nicht weit verbreitet. In der Fächergruppe Medizin/Gesundheitswissenschaften ist der Anteil der dualen Studienanfänger/innen mit ca. 16 Prozent am höchsten.

Dabei gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede: Während 2017 im Saarland etwa 30 Prozent und in Baden-Württemberg rund 14 Prozent der Studienanfänger/innen in einem dualen Studiengang eingeschrieben waren, traf dies in Sachsen-Anhalt und in Bremen nur auf etwa ein Prozent zu. Diese deutlichen Unterschiede lassen sich insbesondere auf die unterschiedliche Angebotsdichte in den einzelnen Bundesländern zurückführen: Im Saarland ist jeder dritte Bachelorstudiengang ein duales Angebot. Die größte Auswahl an dualen Bachelorstudiengängen gibt es in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Im Land Brandenburg gab es im Jahr 2017 insgesamt 947 dual Studierende, was einem Anteil von knapp zwei Prozent an allen Studierenden entsprach. Damit liegt Brandenburg im bundesweiten Vergleich an zehnter Stelle. Mit 248 dualen Studienanfänger/innen bzw. einem Erstsemesteranteil von etwa drei Prozent befindet sich Brandenburg im Bundesländervergleich auf dem achten Platz. Die drei am stärksten nachgefragten Hochschulen unter dual Studierenden waren 2017 die Technische Hochschule Wildau, die Fachhochschule für Sport und Management Potsdam und die Brandenburgische Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Laut Hochschulkompass waren 2018 rund vier Prozent aller Studiengänge in Brandenburg dual organisiert (Bundesdurchschnitt: ca. sechs Prozent).

Informationen und Beratung zum Ausbau dualer Studienangebote bietet seit 2016 die Agentur Duales Studium Land Brandenburg. Als zentrale Geschäftsstelle aller Brandenburger Hochschulen koordiniert sie die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, Unternehmen, Kammern und Verbänden. Eine weitere Aufgabe der Agentur ist, Studieninteressierte und Unternehmen landesweit über duale Studiengänge zu informieren und für die Verknüpfung von akademischer und beruflicher Qualifizierung zu werben. Außerdem berät und unterstützt sie Hochschulen bei der Entwicklung von Studienformaten und der Gestaltung von Lehrplänen.

Im Rahmen der Untersuchung wertete das CHE Daten des Statistischen Bundesamtes, des HRK-Hochschulkompasses sowie der Wissenschaftsministerien der Bundesländer aus. Neben aktuellen regionalen Daten bietet die Publikation Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern. Auf den Webseiten des CHE steht die Studie zum kostenfreien Download zu Verfügung.

Weitere Informationen:


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